Die Erfindung des ersten fettangereicherten Brühwürfels ...
Bernhard Zamek, der eigentlich Bahningenieur war und und die Düsseldorfer Straßenzüge unter anderem per Fuhrwagen mit Kohle versorgte, eröffnete mit seiner Frau Johanna Ende der 1920er Jahre ein Café auf der Münsterstraße.
Nach einiger Zeit kam die Idee, neben Kaffee und Gebäck auch eine Brühe mit Brötchen anzubieten. Diese Brühe wurde allabendlich frisch aufgesetzt. Von da an experimentierte Bernhard Zamek an einer idealen Rezeptur für einen Brühwürfel.
Er besorgte sich aus der Apotheke Fleischextrakt, Gewürze und Kräuter und mischte alles mit pflanzlichen und tierischen Fetten. Immer wieder versuchte er, die richtige Mischung zu entdecken, bis es ihm eines Tages gelang, eine Rezeptur zu finden, die seinem kritischen Gaumen gefiel.
Die so entstandene Paste wurde abends angerührt, über Nacht stehengelassen, am nächsten Morgen portionsweise in die Suppentassen gegeben und dann bei Bedarf mit heißem Wasser aufgefüllt.
Die Qualität dieser wohlschmeckenden, fettangereicherten Brühe sprach sich schnell herum und die Nachfrage wurde größer. Bernhard Zamek kam auf die Idee, eine Kuchenrolle in gleichmäßigen Abständen mit Rasierklingen zu bestücken und die Masse, die er auf ein Kuchenblech gestrichen hatte, durch das Hin- und Herziehen in gleich große Würfel zu teilen. So entstanden Würfel, die für einen halben Liter Brühe geeignet waren.
In der ersten Zeit verkaufte er diese Würfel frisch von der Theke. Zur Herstellung der Würfel war das Badezimmer zur Produktionsstätte umfunktioniert worden. Hier härtete die gemischte Paste in größerer Menge über Nacht aus. Bernhard Zamek ließ sich von einem befreundeten Schreiner mehrere Holzklötzchen anfertigen, die die Größe der von ihm geformten Würfel hatten. Um diese Holzklötzchen formte er eine Silberfolie, in welche er wiederum die ersten Würfel abpackte, um sie anschließend in den Straßenzügen zu verkaufen.
Als auch hier die Nachfrage stieg, ließ er sich eine Trommel auf Rädern bauen, in der er die Würfel transportieren und somit auch längere Strecken zurücklegen konnte.
Nicht lange nach Einführung Brühwürfels kam eine erste Reklamation: „Auch nach mehrstündigem Kochen ist es uns nicht gelungen, aus dem gekauften Würfel eine Suppe zu kochen. Sie ist so hart wie vorher und löst sich nicht auf …“. Grund der Reklamation war, dass versehentlich ein zur Faltung der Silberfolie benötigtes Holzstückchen verkauft wurde …
Auch heute noch werden Pastenbrühwürfel verkauft – nur werden diese über
Hochleistungsmaschinen produziert.
Das Unternehmen befindet sich bis heute im Besitz der Familie Zamek.

